Das Konzentrationslager Mauthausen 1938–1945

Die Ausstellung „Das Konzentrationslager Mauthausen 1938–1945“ erzählt die Geschichte des KZ Mauthausen und seiner Außenlager von der Ankunft der ersten Häftlinge am 8. August 1938 bis zur Befreiung des Lagers durch die US-Armee am 5. Mai 1945.

Untergebracht ist sie in einem historischen Lagergebäude, dem ehemaligen „Krankenrevier“, das im Sommer 1944 teilweise fertiggestellt und als Häftlingskrankenbau bezogen wurde. In den 1960er-Jahren erstmals als Museum adaptiert, wurde es 2010/11 erneut instand gesetzt. Die ursprüngliche bauliche Struktur wurde weitgehend erhalten, worauf Ausstellungskonzeption und -architektur Bezug nehmen. In der Nachkriegszeit vorgenommene Eingriffe in die historische Bausubstanz wurden durch Markierungen sichtbar gemacht.

Die Ausstellung erzählt die Geschichte des KZ Mauthausen/Gusen in vier Zeitabschnitten und auf drei thematischen Ebenen. Der Flur bietet eine historische Rahmenerzählung, die Aufstieg und Entwicklung des Nationalsozialismus in den Blick nimmt. Links des Flurs werden die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungsstufen in der Geschichte des Lagers von 1938 bis 1945 dargestellt, rechts die Erfahrungen der Häftlinge und ihr täglicher Kampf ums Überleben. Der Prolog/Epilog erzählt von den Nachwirkungen des KZ Mauthausen in der österreichischen und europäischen Nachkriegsgeschichte.

Mehr als 100 Originalobjekte sollen die Geschichte des Lagers näher bringen. Zudem kommen in ca. 30 Video- und Audio-Interviews Überlebende des Lagers ebenso zu Wort wie Menschen, die in der unmittelbaren Umgebung des KZ wohnten. Vier grafische Animationen zeigen wesentliche Entwicklungen, vom Ausbau des Lagers über die zunehmende Zahl der Deportierten und die Errichtung der Außenlager bis hin zu den Evakuierungstransporten und Todesmärschen gegen Kriegsende.


Prolog/Epilog
Der Prolog/Epilog setzt in der österreichischen und europäischen Nachkriegsgeschichte an. Er erzählt vom Umgang mit dem Erbe des Nationalsozialismus innerhalb der ehemaligen TäterInnengesellschaft, aber auch von den Nachwirkungen auf die Opfer. Einerseits ist dies eine Geschichte von Kontinuitäten und der halbherzigen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Andererseits werden die Zerstörung sozialer Strukturen und die Unmöglichkeit, an ein „Leben davor“ anzuschließen, thematisiert.

1938–1939: Die Errichtung des Konzentrationslagers
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten begann die Verfolgung politischer Gegner, sozialer Randgruppen und der jüdischen Bevölkerung.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs wurde Mauthausen als Standort für ein Konzentrationslager gewählt. Die ersten Häftlinge kamen am 8. August 1938 aus dem KZ Dachau.

Sie wurden ihres Namens beraubt und zur Nummer gemacht. Ihr Alltag im KZ war von Mangel, Gewalt und Tod geprägt.

1940–1942: Internationalisierung und Massenmord
Der Zweite Weltkrieg und die Besetzung weiter Teile Europas durch die Wehrmacht beeinflussten die weitere Entwicklung des KZ Mauthausen.

Tausende Menschen wurden aus den besetzten Ländern nach Mauthausen und Gusen deportiert. Die SS begann mit dem systematischen Massenmord an bestimmten Häftlingsgruppen.
Während manche KZ-Häftlinge in der Lagerhierarchie aufstiegen, blieben andere isoliert. Die Arbeit in den Steinbrüchen kostete viele das Leben.

1943–1944: Rüstungsindustrie und Außenlager
Angesichts des zunehmenden Arbeitskräftemangels erhielt die Zwangsarbeit zentrale Bedeutung für die deutsche Kriegswirtschaft.

Für den Einsatz von KZ-Häftlingen in der Rüstungsindustrie wurden zahlreiche Außenlager gegründet. Das KZ Mauthausen entwickelte sich zu einem Lagersystem.

Für manche Häftlinge besserten sich die Lebensbedingungen, während kranke und arbeitsunfähige Häftlinge ermordet oder dem Sterben überlassen wurden.


1945: Überfüllung, Massensterben und Befreiung
Das Vorrücken der alliierten Armeen und der Widerstand in ganz Europa brachten die nationalsozialistische Herrschaft zu einem Ende.

In den Monaten vor Kriegsende wurden tausende Menschen aus aufgelösten Lagern nach Mauthausen getrieben, was zu Überfüllung und Massensterben führte.

Die nahende Befreiung gab vielen Häftlingen neue Hoffnung. Zugleich herrschten Ungewissheit und die Angst, von der SS getötet zu werden.